Faire Wege aus dem Konflikt durch Mediation
Mediation ist ein gesetzlich geregeltes Verfahren zur Bearbeitung von Konflikten – freiwillig, vertraulich, strukturiert und ergebnisoffen. Das Mediationsgesetz bildet dabei den verbindlichen Rahmen und schafft Klarheit über Ablauf und Rolle der Mediator:innen. Doch was bedeutet das konkret für die Praxis?
Dieser Gastbeitrag von Dr. Sabine Sutter gibt zunächst einen allgemeinen Überblick über Mediation als Verfahren und erläutert anschließend die einzelnen Schritte auf dem Weg zu einem fairen und tragfähigen Lösungsprozess. Dabei wird deutlich, warum Mediation für viele Konfliktsituationen ein geeigneter Ansatz ist: Sie ermöglicht es den Beteiligten, eigenverantwortlich und auf Augenhöhe Lösungen zu entwickeln.
Mediation richtet sich grundsätzlich an alle, die aktiv an der Klärung eines Konflikts arbeiten möchten – sei es als Paar oder Ex-Paar, im Team oder in der Gruppe, in der Familie, unter Kolleg:innen, Geschwistern oder Nachbar:innen. Kurz gesagt: für alle, die einen konstruktiven und respektvollen Weg aus dem Konflikt suchen.
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Mediation ist eine Entscheidung für und aus Verantwortung
Ihr, du und weitere Menschen, entscheiden sich, aktiv in die gemeinsame Bearbeitung eures Konflikts einzusteigen. Jede:r von euch handelt eigenverantwortlich und vertritt seine Interessen selbst. Den Weg geht ihr individuell und gleichzeitig gemeinsam im Austausch. Dr. Sabine Sutter als zertifizierte Mediatorin begleitet euch, gibt Struktur und moderiert den Prozess. Ihr möchtet für euch eine Klärung finden, so dass jede:r einen Schritt in die Zukunft machen kann. Das kann bedeuten, dass sich neue Optionen im Miteinander auftun oder auch, dass sich eure Wege trennen. Wichtig ist, ihr arbeitet gemeinsam und mit größtmöglicher Offenheit daran.
Niemand gewinnt, niemand verliert
Niemand gewinnt, niemand verliert ist ein wichtiger Grundsatz der Mediation als Verfahren. Das heißt konkret:
Jede Perspektive ist wichtig. Alle Beteiligten haben Zeit und Raum, ihre Perspektive auf den Konflikt zu schildern. Mediator:innen unterstützen jede einzelne Person dabei, ihre Sicht mitzuteilen.
Während des Mediationsverfahrens bleibt der Status Quo erhalten. Es werden keine Vereinbarungen getroffen, die die Situation für eine oder mehrere Parteien verschlechtern.
Lösungen können nur Lösungen von allen und für alle sein: Es kommen nur Lösungen in Frage, die alle Parteien mittragen können.
Mediation ist ein Schritt aus dem Stillstand heraus
Du oder ihr möchtet nach einer Phase ohne direkten Kontakt, die Kommunikation mit einer oder mehreren Personen wieder aufnehmen, heraus aus dem Schweigen kommen, einen Schritt in Richtung einer Aussprache wagen? Vielleicht sogar ein Stück Zukunft finden
Mediation kann dieser Anfang sein. Mediation ist, wenn sich Menschen gemeinsam an einen Tisch zu setzen und wieder ins Sprechen zu kommen. Die Strukturiertheit der Mediation und die besondere Kommunikation über mich als Mediatorin helfen dabei.
Der erste Schritt ist oft der schwierigste. Ist die Kommunikation zum Beispiel eine Weile komplett unterbrochen, biete ich gerne an, den ersten Schritt der Kontaktaufnahme zu übernehmen. Mediator:innen kontaktieren die andere Partei, stellen sich, Mediation als Verfahren und euren Wunsch nach einem Einstieg in die Kommunikation vor.
Euer Weg zur Mediation
Vorphase: ein Gedanke, eine Option entsteht. Da ist ein Wunsch nach Veränderung.
Vielleicht habt ihr schon von Mediation gehört – durch euer Umfeld, aus dem beruflichen Kontext oder über Gerichte, die dieses Verfahren vorschlagen. Vielleicht seid ihr auch ganz neu auf das Thema gestoßen, weil ihr einen Weg sucht, einen Konflikt zu klären.
Die Kontaktaufnahme erfolgt unkompliziert per Mail, Telefon oder Direktbuchung über den Kalender – wählt einfach den Weg, der euch am angenehmsten ist. Anschließend wird ein kostenloses und unverbindliches Erstgespräch (ca. 30 Minuten) vereinbart. Dort lernt ihr den/ die Mediator:in kennen, erhaltet Informationen zu Ablauf, Zeitrahmen und Kosten und gemeinsam wird geklärt, ob Mediation für euch passend ist.
Im Anschluss erhaltet ihr eine Mediationsvereinbarung mit allen wichtigen Rahmenbedingungen – von Vertraulichkeit über Dauer und Kosten bis hin zu organisatorischen Fragen.
Sind alle Beteiligten einverstanden, wird mit einem ersten Termin (ca. 2 Stunden) an einem neutralen Ort gestartet. Dort wird Organisatorisches geklärt und direkt mit der inhaltlichen Arbeit begonnen.
Wie viele Termine folgen und wie intensiv die Begleitung sein soll, entscheidet ihr. Wir gehen Schritt für Schritt – mit dem Ziel, die gemeinsame Zeit bestmöglich für eure Lösung zu nutzen.
Mediationsprozess: niemand gewinnt, niemand verliert.
Mediation ist ein strukturiertes Verfahren, das in mehreren – teils ineinander übergehenden – Phasen verläuft.
Alle an einem Tisch
Mediation beginnt, wenn alle Konfliktbeteiligten bereit sind, gemeinsam an einer Lösung zu arbeiten – analog oder digital. Mediator:innen strukturieren und begleiten den Prozess. Zu Beginn wird der aktuellen Stand zusammengefasst und die Rolle der Mediator:innen erläutert, sowie die Phasen der Mediation. Offene Fragen zur vorab versendeten Mediationsvereinbarung werden gemeinsam geklärt, anschließend wird sie von allen unterzeichnet – damit startet die inhaltliche Arbeit.Konfliktdarstellung
Jede Person schildert ihre Sichtweise. Die Kommunikation läuft über den/die Mediator:in: Mediator:innen hören zu, stellen Fragen und spiegeln das Gehörte. Anschließend sammelt ihr die Themen, die euch wichtig sind. Die Lösung gibt nicht der/die Mediator:in vor – sie entsteht zwischen euch. Mediator:innen sorgen für Struktur und einen sicheren Rahmen.Konflikterhellung
Wir gehen in die Tiefe: Was ist jeder Person wichtig – und warum? So entsteht Verständnis für die jeweiligen Beweggründe und Bedürfnisse.Lösungsphase
In einem offenen Brainstorming sammelt ihr möglichst viele Ideen – ohne Bewertung. Danach prüfen wir gemeinsam, welche Lösungen für alle tragfähig sind und wie sie konkret umgesetzt werden können.Abschluss
Auf Wunsch wird die Vereinbarungen schriftlich festgehalten oder die Ergebnisse der einzelnen Phasen dokumentiert.Überprüfungstermin: Rückblick, Ausblick.
Zu einem Zeitpunkt X, zum Beispiel nach 8 oder 12 Wochen, schaut der/die Mediator:in gerne noch einmal mit euch zurück und auf den aktuellen Stand. Wie ist es euch zusammen und jeder Person ergangen seit dem letzten Mediationstermin. Was konntest ihr umsetzen? Hat sich etwas verändert? Wo möchtet ihr vielleicht nochmal nachjustieren?
